Ehe auf Zeit?
Gabriele Pauli, CSU-Landrätin aus Bayern, schockt ihre Partei mit einem
visionären Vorschlag. Ehen sollten künftig, wie befristete
Arbeitsverträge, nach einer Zeit von 7 Jahren auslaufen. Erst nach 7
Jahren sollen sich die Ehegatten für eine Fortsetzung der Institution
Ehe entscheiden. Nach Ablauf von 7 Jahren würde ohne eine Entscheidung,
die Ehe festsetzen, diese auslaufen, eine Scheidung nicht erforderlich
werden.
Der Vorschlag hat ein erhebliches Echo hervorgerufen. Unabhängig
davon, wie man zu diesem Vorschlag steht, bleibt eine Vielzahl von
Fragen offen:
- Was passiert mit Kindern, die vorhanden sind, nach Ablauf
von 7 Jahren?
- Wie sind die rechtlichen Konsequenzen hinsichtlich des
Sorgerechts und des Unterhaltsrechts?
- Werden ehebedingte Nachteile des
einen oder anderen Ehegatten (Versorgungsausgleich) ausgeglichen?
- Was geschieht mit ehebedingte Schulden?
- Was passiert mit dem Ehenamen?
- Erfolgt ein automatischer Steuerklassenwechsel?
- Werden Fristversäumnisse
geahndet?
- Muss anschließend ein vollständig neuer Heiratsantrag gestellt
werden?
Die sehr emotional geführte Diskussion zeigt jedoch, dass es
Handlungs- bzw. Diskussionsbedarf gibt. Die Realität zeigt, dass
mittlerweile jede zweite Ehe geschieden wird.